Die Decarboxylierung von Cannabis

Wie Du ja wahrscheinlich weißt, kann man Cannabis nicht nur rauchen, sondern es auch in Nahrungsmitteln verarbeiten. Am populärsten ist Hanf sicher in Gebäck, zum Beispiel in den berühmten Haschkeksen. In den letzten Jahren sind Lebensmittel mit Cannabis immer beliebter geworden, gerade in den USA gilt diese Form des Konsums als wesentlich gesünder im Vergleich mit dem Rauchen. Diese so genannten „Weed-Edibles“ werden auch im Hinblick auf die Gesundheit als sinnvolle Alternative zum Rauchen angesehen, denn die Wirkung hält wesentlich länger an.

Edibles zeigen oftmals keine Wirkung oder sind viel zu stark

Im Internet findest Du mittlerweile eine riesige Auswahl an Rezepten, meistens für Kekse oder Cookies, aber auch für Kakao, Brownies, Öl oder Butter. Allerdings kommt es häufig vor, dass diese Rezepte einfach nicht den gewünschten Effekt mit sich bringen. In den meisten Fällen bleibt die erhoffte Wirkung komplett aus, oder sie ist so heftig, dass es zu Vergiftungen kommt.

 

Um mit Cannabis backen und kochen zu können, musst Du also zunächst einmal über die Eigenschaften der einzelnen Wirkstoffe Bescheid wissen. Um in einen angenehmen Rausch versetzen zu können, ist immer eine so genannte Decarboxylierung des THC notwendig. In der Pflanze ist das THC nämlich zunächst wirkungslos, ganz egal, wie hoch die Konzentration ist. Erst durch das Decarboxylieren wird es aktiviert, also durch eine Erhitzung, die beim Rauchen ja ganz automatisch erfolgt.

Darum musst Du das Cannabis unbedingt decarboxylieren

Der Grund, dass THC in der Cannabispflanze eigentlich keine Wirksamkeit hat ist darin begründet, dass eine saure Carboxylgruppe vorhanden ist. Sie fungiert als eine Art Blockierung für die psychoaktiven Eigenschaften des Cannabis. Das merkst Du auch beim Verzehr von frischem Weed, denn Du wirst davon nicht wirklich high.

 

In der Pflanze ist die Substanz THCA enthalten, welches dann durch die Decarboxylierung in das eigentliche THC umgewandelt wird. Das Carboxyl musst Du durch Erhitzung also erst auflösen, es findet dabei eine Beschleunigung des natürlichen Zerfalls statt. Wenn Du Cannabis rauchst, dann entstehen Temperaturen zwischen 400 und 800 Grad. Wie schnell eine Aktivierung des THC stattfindet hängt also auch immer davon ab, wie stark das Cannabis erhitzt wird.

 

Auch wenn sich der Begriff Decarboxylierung sehr kompliziert anhören mag, so ist der Vorgang doch recht simpel. Beim Rauchen erfolgt dieser Prozess also von ganz alleine, lediglich im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln musst Du ein besonderes Augenmerk darauf richten. Vergisst Du das Decarboxylieren, dann bleibt die Aktivierung aus und somit verpufft auch die Wirkung der anregenden Substanzen. Falls Du mit Cannabis backst, dann findet natürlich eine gewisse Erhitzung statt, doch aufgrund der geringeren Temperatur kann sich nicht das volle Potential entfalten.

Das Rauchen hat eine ganz andere Wirkung als der Konsum von Nahrungsmitteln

Durch den Verzehr von Nahrungsmitteln kannst Du von der berauschenden Wirkung des THC profitieren, ohne dabei gewisse Nebenwirkungen in Kauf nehmen zu müssen. In diesem Fall absorbieren nicht die Lungen diesen Wirkstoff, sondern der Magen-Darm-Trakt. Die Umwandlung in das viel effektivere Molekül 11-hydroxy-THC erfolgt dann in der Leben. Aufgrund seiner Stärke kann diese Substanz dann die Blut-Hirn-Schranke auch viel leichter überwinden.

 

Beim Rauchen wirst Du viel schneller high, weil das THC sofort im Gehirn ankommt, dafür hält der Rausch aber auch nicht so lange an. Nach dem Konsum von entsprechenden Nahrungsmitteln, wirst Du Dich für mindestens vier, meistens sogar bis zu sechs, Stunden in diesem Zustand befinden. Je nachdem, wie viel Du zu Dir genommen hast, wirst Du auch noch eine psychedelische Wirkung erfahren. Du kannst Dir also viele leckere Speisen und Getränke zubereiten und Cannabis einmal auf eine ganz andere Art und Weise nutzen.

So führst Du die Decarboxylierung Deines Cannabis korrekt durch

Beim Decarboxylieren ist die Einhaltung der optimalen Temperatur von entscheidender Bedeutung. Eine gewisse Temperatur muss für eine bestmögliche Aktivierung erreicht werden. Auf der anderen Seite, darfst Du das Cannabis aber nicht zu stark erhitzen, denn dann nimmt der Gehalt an THC wieder ab, und es wird  CBD gebildet. Um das THC zu aktivieren, wählst Du eine Höchsttemperatur von 160 Grad, damit keine Wirkstoffe verloren gehen. Die Aktivierung nimmst Du am besten vor der Verarbeitung in Speisen vor, denn dann kannst Du sichergehen, dass es nach dem Verzehr nicht zu unerwarteten Reaktionen kommt.

 

Du zerbröselst das Kraut am besten und breitest es auf einem mit Backpapier belegten Backblech schön flach aus. Alternativ kannst Du das Cannabis auch in eine abgedeckte Schüssel oder Form geben. Dann wandert es für 60 Minuten in den auf 110 bis 120 Grad vorgeheizten Ofen. Theoretisch könntest Du die Temperatur auch erhöhen, um die Zeit zu verkürzen. Niedrigere Temperaturen sind jedoch besser, weil der Wirkstoffgehalt dann sicher nicht beeinträchtigt wird.

 

Es könnte allerdings sein, dass das Kraut anschließend einen sehr faden Geschmack hat. Wenn Du dies nicht in Kauf nehmen willst, musst Du die Erhitzung im Wasserbad vornehmen. Das zerbröselte Material gibst Du dazu in ein Einmachglas, verschraubst es und lässt es mindesten eine Stunde im Wasser köcheln. Für die Aktivierung bei der Herstellung von Haschbutter kochst Du Butter und Wasser zusammen mit dem Cannabis für mindestens 60 Minuten. Dann siebst Du das Pflanzenmaterial aus, lässt die Mischung abkühlen und schöpfst dann die fertige Butter ab.

Du kannst Cannabis durchaus pur verzehren

In der Tat kannst Du Hanf auch pur essen, dafür ist aber auch eine ausreichende Aktivierung des THC notwendig. Du kannst also das Cannabis erhitzen und dann Speisen damit würzen, oder es auch pur konsumieren. Gerade wenn Du Anfänger auf diesem Gebiet, ist diese Variante sogar von großem Vorteil. Du findest auf diese Weise wesentlich leichter die für Dich optimale Dosis. Du wiegst eine Portion ab, und nach ein paar Tests wirst Du die richtige Menge gefunden haben.

 

Der Verzehr von Cannabis will gelernt sein, denn ein langsames Herantasten ist für das Wohlbefinden und den gewünschten Effekt unumgänglich. Als Anfänger probierst Du Hanfkraut unbedingt auf nüchternen Magen und wartest dann die Wirkung ab. Du solltest Cannabis aber dann nicht gleichzeitig noch rauchen, denn es würde höchstwahrscheinlich zu einem extrem langen Rauschzustand kommen, der eher als unangenehm empfunden wird.