Cannabis richtig düngen

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Von Natur aus brauchen Hanfpflanzen eigentlich keinen Dünger, denn sie werden durch die Nährstoffe im Boden ausreichend mit allem Notwendigen versorgt. Problem ist jedoch, dass der Cannabis hierzulande überwiegend in Töpfen kultiviert wird. Wenn Du diese nun mit herkömmlicher Erde aus dem Baumarkt befüllst, werden die Pflanzen nicht lange davon zehren können.

Verwendetes Nährmedium ist entscheidend für die Düngung

Für den Anbau von Hanfpflanzen kannst Du auf ganz unterschiedliche Nährmedien zurückgreifen. Genau diese Auswahl wirkt sich auch maßgeblich darauf aus, wie Du das Cannabis künftig düngen musst. Hast Du Dich für eine sehr hochwertige Pflanzenerde entschieden, dann sollten die darin enthaltenen Nährstoffe für die Hanfpflanzen normalerweise optimal dosiert sein. Bevorzugst Du hingegen Ton oder Kokosmatten, so musst Du Dir auch einen speziell darauf abgestimmten Dünger zulegen. Bei der Steinwolle ist es beispielsweise so, dass sie den Pflanzen keinerlei Mineralien und Spurenelemente zuführt.

Cannabis ist aber im Hinblick auf die Versorgung mit Nährstoffen nicht extrem anspruchsvoll und kompliziert. Das Nahrungsmittelangebot muss von Dir nur in einer ausgewogenen Balance gehalten werden. Sicher wird es ab und zu einen leichten Mangel oder ein minimales Überangebot geben, dieses Ungleichgewicht wirst Du Deinen Pflanzen aber nach einiger Zeit anmerken.

Warum sollten Hanfpflanzen regelmäßig gedüngt werden?

Anfangs mögen im Nährmedium noch genügend Nährstoffe vorhanden sein, lediglich an Mineralien könnte es etwas mangeln. Nicht immer ist das Nährstoffangebot aber ausbalanciert, und zudem werden diese Substanzen durch die Bewässerung auch teilweise ausgespült. Deshalb ist Cannabis auf einen Ausgleich dieser Verluste angewiesen, so dass Wachstum und Blütenbildung nicht negativ beeinflusst werden. Dies würde sich dann in der Folge unter Umständen auch in einem niedrigeren THC-Gehalt bemerkbar machen.

Sind die vorhandenen Nährstoffe also aufgebraucht, wird das Wachstum zwangsläufig darunter leiden. Dieser Zustand kann einige Zeit anhalten, bevor sich eindeutige Mangelerscheinungen zeigen. Die Hauptnahrung besteht aus den so genannten Makronährstoffen wie Kalium, Phosphor und Stickstoff. Einen geringeren Bedarf gibt es an Mikronährstoffen, zu welchen zum Beispiel Zink, Kupfer und Eisen zählen.

Unterschiede zwischen dem Outdoor- und dem Indoor-Anbau

Cannabis wird nicht nur im Innenbereich kultiviert, sondern ist auch eine Pflanze, die für den Outdoor-Grow geeignet ist. In diesem Fall hört man häufig, dass Hanf überhaupt nicht gedüngt werden muss, was jedoch nicht ganz korrekt ist. Früher wurde Hanf, so wie Rüben und Getreide, auf Mutterboden angebaut, denn es wurde nicht ständig ein Dünger verwendet. In lehmigem und sandigem Boden mangelt es hingegen an Nährstoffen, so dass man ihn entweder mit Gülle, Mist oder Kunstdünger versetzen muss. Nur wenn dies gewährleistet ist, wirst Du gleichbleibend hohe Ertragsmengen erwirtschaften können.

Im Vergleich zu anderen Pflanzen ist der Bedarf an Dünger jedoch wesentlich geringer. Aufpassen musst Du auch bei der Auswahl der Hanfsorten, denn einige reagieren sehr empfindlich auf eine Düngergabe und vertragen viel weniger als die kommerziellen Hanfsorten. Darauf musst Du auch unbedingt beim Indoor-Grow achten, denn auch hier ist die jeweilige Sorte entscheidend.

Fazit: Auf gutem Boden könntest Du theoretisch auf eine Düngung verzichten, nur bei magerem Untergrund muss nachgeholfen werden. Beim Indoor-Anbau solltest Du aber lieber von Anfang an auf einen guten Dünger setzen, das gilt vor allem bei Steinwolle als Nährmedium.

Makronährstoffe stellen die wichtigsten Komponenten dar

Im Prinzip ist es bei den Pflanzen nicht anders als bei Mensch und Tier. Wir sind neben Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß auch noch auf Spurenelemente angewiesen. Die Komponenten Stickstoff, Phosphor und Kalium bilden die lebensnotwendige Basis für die Hanfpflanzen und werden als so genannter NPK-Dünger verabreicht. Stickstoff wird zum Beispiel die Höhe Deiner Hanfpflanzen beeinflussen, wenn dann die Blütezeit eintritt, muss die Menge reduziert werden. Bei der Düngung von Cannabis spielen unter Umständen aber auch Spurenelemente eine Rolle.

Sofern Du gute Erde für die Kultur verwendest, sollte NPK grundsätzlich ausreichen. Bei vielen anderen Nährmedien, darunter vor allem Steinwolle, kannst Du auf Vitamine, Schwefel, Eisen, Kupfer und Zink aber nicht verzichten. Du musst auch unbedingt darauf achten, dass der Dünger überhaupt optimal von den Pflanzen verwertet werden kann, das nennt man auch eine gute Bioverfügbarkeit.

Auf der sicheren Seite bist Du definitiv, wenn Du einen Dünger passend zum ausgewählten Nährmedium erwirbst. Ansonsten kannst Du den Dünger natürlich selbst anrühren und somit die Zusammenstellung selbst und individuell festlegen. Verwendest Du Erde, egal ob im Innen- oder Außenbereich, kannst Du ruhig etwas experimentieren, hier reichen etwas reifer Kompost und Kalk meistens auch aus. In diesem Fall musst Du auch nicht so häufig düngen oder kannst auf einen Langzeitdünger setzen. Mögliche Alternativen zum Kompost oder Dung können übrigens Hornspäne, Algen, oder auch Fisch-, Knochen- oder Blutmehl sein.

Darauf musst Du beim Düngen der Hanfpflanzen auch noch achten

Um Deine Cannabispflanzen gut zu versorgen, reicht es nicht aus, einfach einen Dünger gemäß Anleitung zu verwenden. Selbst wenn alle notwendigen Nährstoffe darin enthalten sind, kann der positive Effekt ausbleiben. Es ist nämlich so, dass die einzelnen Inhaltsstoffe nur in einem bestimmten pH-Bereich aufgenommen werden können. Das bedeutet, dass Du den pH-Wert im Nährmedium und im Gießwasser stets im Auge behalten musst. Bei Erde sollte der Wert bei etwa 6 liegen, bei den hydroponischen Systemen, oder solchen, die diesen ähneln, sollten 5,4 bis 5,8 angestrebt werden.

Doch nicht nur der pH-Wert entscheidet über die Aufnahmefähigkeit der Wurzeln, sie brauchen dafür auch die optimale Temperatur. Idealerweise liegt die Bodentemperatur konstant bei rund 20 Grad, nachts kann sie auch etwas niedriger sein. Wichtig bei der Düngung ist auch der jeweilige Zeitpunkt, denn im Wachstum haben die Hanfpflanzen einen anderen Bedarf, als in der Blütephase.

Die Zusammensetzung des Düngers kann also nicht immer gleich sein, sie muss immer ausgewogen sein und an die aktuellen Bedingungen und Bedürfnisse angepasst werden. So gibt man während der Vorblüte NPK zum Beispiel im Verhältnis von 3-1-4, in der Blütezeit sind es dagegen 1-1-2. Passt Du das Verhältnis nicht entsprechend an, werden sich bestimmte Nährstoffe im Boden anreichern und für eine Überdüngung sorgen. Sollte dies der Fall sein, spülst Du das Nährmedium pro Liter mit ein bis zwei Litern Wasser durch und achtest darauf, dass am nächsten Tag keine Staunässe mehr vorhanden ist.